ERNST GIGER

MEINE ALTEN SUCHERKAMERAS: MNOLTA SR-T 101

SAMMLUNGS-

ÜBERSICHT

 

Andere Minoltas

IN ARBEIT

Sucherkameras

 

 

 

Die 101 war wohl die am meisten verwendete Minolta der SR-T-Reihe

Der grosse Wurf SR-T 101 – ab 1966 hatte Minolta die Nase jahrelang weit vorn

Die hier abgebildeten Exemplare sind wie viele dieser alten Minoltas gut erhalten. Ein Gehäuse hat jedoch drei Schönheitsfehler: am Schnellschalthebel fehlt das schwarze Plastik-Teil, im Sucher bleibt die Zeitenanzeige bei 1/8 hängen und an einer exponierten Stelle ist eine Delle sichtbar. Am unteren Gehäuse fehlt der Entriegelungsknopf; wenn ich das Objektiv wechseln möchte, muss ich einen spitzen Gegenstand zu Hilfe nehmen. Zwei der abgebildeten Normalobjektive sind in Ordnung, bei einem lahmt die Blende.

Persönliche Erfahrungen

Ich habe mit zwei Yashicas, einer Sucherkamera  und einer Spiegelreflex, zu fotografieren begonnen. Die Spiegelreflex war etwas umständlich zu bedienen. Die Werte eines kleinen aufgesteckten Belichtungsmessers mussten auf Zeitenknopf und Blendenring übertragen werden. Fokussiert wurde mit offener Blende, doch vor dem Auslösen hiess es, auf den ermittelten Wert abblenden. Das habe ich in der Hitze des Gefechtes manchmal vergessen. Obwohl mir trotzdem immer wieder gute Fotos gelungen sind, man schaue etwa hier  >>> nach, überzeugten mich die Vorteile der Minolta SR-T 101. Mit ihr habe ich viele Jahre gearbeitet ... und etliche Jahre auch mit einer SR-T 100 und einer SR-T 303.  – Später habe ich mit Minoltas, die in Zusammenarbeit mit Leica entstanden sind,  schlechte Erfahrungen gemacht ... und bin dann auf Nikon umgestiegen. – Einfach so nebenbei: Ich habe fast nie mit Autofokus-Spiegelreflex von Minolta gearbeitet; erstens habe ich mich lange gegen Autofokus gesträubt und war danach mit einer Nikon F601 mehr als zufrieden. – Trotzdem: weil ich viele Jahre von der SR-T 101 begeistert war und ich leicht nostalgisch veranlagt bin, mute ich den Besuchern hier mehr Scroll-Mühen zu. (AF-Minoltas lägen für Beschreibungen bereit, die Zeit reicht jedoch nicht für alles.)

Die SR-Ts waren etwas weniger klobig als die achteckigen Spiegelreflex-Kameras einiger anderer bekannter Marken und vom Erscheinungsbild her unverwechselbar, bis ähnlich anmutende ostdeutsche Prakticas auf den Markt kamen.

Minoltas Eigenwerbung

 „Seit der Übernahme der Innenmessung für Spiegelreflexkameras in der Stehbild- Fotografie haben sich verschiedene Messmethoden herausgebildet. Während sich bei der „Objektpeilung“ die Messung nur auf einen kleinen Teil des Bildfeldes erstreckt, messen andere Systeme mit zwei voneinander unabhängigen CdS-Messzellen das ganze Bildfeld aus und liefern bei starken Helligkeitskontrasten relativ ungenaue Ergebnisse. Bei der Minolta SR-T 101 ist es gelungen, mit Hilfe eines neuartigen Schaltungsprinzips (CLC) die von den beiden Messzellen gelieferten Daten auch bei starken Bildkontrasten zu optimalen Einstellwerten zu integrieren. Zu dieser erhöhten Messgenauigkeit kommt noch die besondere Konstruktion der Minolta SR-T 101, die ein leichteres und schnelleres Arbeiten gestattet. Motivbetrachtung und Einstellung von Bildschärfe, Blende und Verschlusszeit, ohne die Kamera vom Auge nehmen zu müssen — das sind Eigenschaften, welche die Minolta SR-T 101 auch für den Berufsfotografen, bei dem es oft auf äusserste Schnelligkeit in der Arbeit ankommt, geradezu prädestiniert erscheinen lassen."

    

Die grosse Öffnung und das Bajonett sowie ein überdimensionierter Rückschwenkspiegel  waren damals für Leute, die sich nicht mehr länger mit Schraubgewinden herumärgern wollten, ein wichtiges Plus

 

Bedienungsgriffe und Einzelheiten der MINOLTA SR-T 101

Wesentliche Vorzüge der Minolta SR-T 101

1)  Innenmessung mit Schnellablesung 

a)  Messung bei voller Öffnung des Objektivs, so dass auf  mehr  oder weniger helle Motivbeleuchtung keinerlei Rücksicht genommen zu werden braucht. 

b)  Nachführzeiger im  Sucher zeigt bei jeder Zeit-Blenden-Kombination sofort die richtige Belichtung an.

c)  Eingestellte Verschlusszeit wird im Sucher auf einer Skala angezeigt, jedoch ausserhalb des Bildfeldes.

d)  Messung erfasst nur dasjenige Licht, das auch auf den  Film  einwirkt,  macht  also  Berücksichtigung von Änderungen der Bildweite bei Nah- und / oder Makroaufnahmen unnötig.

 

2)  Kombination der Vorteile von Objektpeilung und Gesamtbildmessung

a)  CLC-Mess-System  (Contrast Light Compensator) sorgt auch bei sehr kontrastreichen Motiven für äusserste Messgenauigkeit.

b)  Beleuchtungsunterschiede zwischenverschiedenen Bildfeldteilen werdenautomatisch berücksichtigt und damit optimale Einstellwerte erzielt.

c)  Übergrosser  Rückschwenkspiegelverhindert  Abschneiden  von Teilen  des  Bildfeldes  im  Sucher und damit ungenaues Ablesen auch bei überlangen Brennweiten.

d)  Lage der beiden CdS-Messzellen schliesst Lichteinfall vom Sucherokular her und damit Fehlmessungen aus.

 

3)  Weltberühmte Rokkor-Objektive  

mit hervorragender Auflösung auf Grund der Verwendung seltener Erden sowie einer patentierten achromatischen Vergütung.

4)  Grösste Vielseitigkeit  durch komplettes System von Objektiven und Zubehör

a)  Sämtliche zur Verwendung an Minolta SR-1, SR-1s und SR-7 bestimmten Objektive, gleichgültig ob mit Blendenautomatik oder Blendenvorwahl, können an der Minolta SR-T 101 verwendet werden. (Zur Messung ist hier die Arbeitsblende einzustellen.) Das Gleiche – Innenmessung über Abblendung – gilt auch für Fremdobjektive.
b)  Eine grosse Zubehörauswahl lässt die Minolta SR-T 101 praktisch jeder fotografischen Aufgabe gerecht werden.

 

Technische Daten zur Minolta SR-T 101 

Einäugige Spiegelreflexkamera 24 x 36 mm mit Innenmessung

Standardobjektiv: MC-Rokkor 1,2/58 mm,   MC 1,4/58 mm oder MC 1,7/55 mm mit Belichtungsmesserkupplung (Blendensimulator). Achromatische Vergütung. Bildwinkel 41°. Vollautomatische Springblende;  Blendenskala international 1,4, 2,0—16 mit Einrastung halber Blendenstufen (ausgenommen zwischen 1,4 und 2,0). Filter-Einschraubgewinde 55mm E-Ø für   1,4; 52 mm E-Ø für 1,7; Aufsteck (A)-Ø 57 mm bzw. 54 mm. (Siehe auch Objektiv-Liste) Kamera-Anschluss über Minolta-Bayonett. Grösse und Gewicht: 41 x 65 mm Ø; 285 g.

Verschluss: Schlitzverschluss mit Einstellungen B, 1, … 1/1000 sec, sämtliche  ein- rastend. X- und F-(FPX) Blitzsynchronisation. Regelbarer Selbstauslöser, Maximal- verzögerung 10 sec.

Filmtransport: Schnellschalthebel für Filmtransport und Verschlussaufzug;  Doppelbelichtungssperre; Transport vermittels eines Hebelschwungs = 180° oder mehrerer kurzer Schaltbewegungen (Etappenschaltung). Filmzählwerk (für belichtete Aufnahmen), mit automatischer Rückschaltung auf Null. Filmrückspulung durch Schnellrückspulkurbel. Bildformat: 24 x 36 mm; Standard-Kleinbildfilm in Patronen für 20 oder 36 Aufnahmen oder beliebigen Längen (bis zu 36 Aufnahmen = 1,60 m).

Sucher: Pentaprismensucher. Anzeigenadel des Belichtungsmessers, Nachführzeiger und Skala der Verschlussgeschwindigkeiten im Sucherfeld sichtbar. Scharfeinstellung auf Fresnel-Linse mit zwei zentralen, konzentrischen Mikroprismenfelde.  Sucherbildgrösse: Natürliche Grösse 1:1 Standard-Rokkor bei Einstellung auf CO (Unendlich). Sucherfeldgrösse: 22,4 x 33,7 mm.

Belichtungsmesser: Belichtungsmessung durch das Objektiv (Innenmessung). Kontrastausgleichschaltung; 2 CdS-Messzellen am Pentaprisma. Messung bei voller Öffnung des Objektivs, mit Verschlussgeschwindigkeit, Arbeitsblende (über Blendensimulator) und Filmempfindlichkeit gekuppelt. Messkontrolle im Sucher. Arbeitsbereich: Lichtwert 3—17 bei 21 DIN. Schärfentiefenkontrolle: Durch Schaltknopf bei Verwendung von Rokkor-Objektiven (mit und ohne Belichtungsmesser-Kupplung). Einstellbare Filmempfindlichkeiten von 9—39 DIN = 6—6400 ASA.Einstellung der Filmempfindlichkeiten am Einstellknopf für Verschlussgeschwindigkeiten. Vergleichsskala DIN-ASA auf Kamerarückwand. Batterie: Mallory PX 13 oder gleichwertiger Typ, unter —10° C: evtl. RM 625. Schalter für EIN, AUS und Batteriekontrolle am Kameraboden. Batterieprüfmarke im Sucher.

Scharfeinstellung über Feinraster (Mikroprismen-)Scheibe bzw. -Ring und Fresnel- Linse. Scharfeinstellung durch Schneckengang (mit Parallelführung); Infrarotindex.

Spiegel: überdimensionierter Rückschwenkspiegel mit Abklappvorrichtung. Spezialgedämpft und federnder Abfangsteg

Sonstiges: Geräteschuh auf Prismensucher.

Grösse und Gewicht: (mit Standardobjektiv 1,4/58 mm) 145 (Länge) x 94,5 (Höhe) x 89 (Tiefe bei Einstellung des Standardobjektives auf CO) mm; 990 g.

Objektiv-Anschluss: Minolta-Bajonett, extrem stark, übergrosse Öffnung, zusätzlich Adapter für Schraubgewinde- und Exakta Bajonett-Anschluss.

Minolta-Werbung 1968: Die 101 war damals sensationell fortschrittlich und  machte 

erst noch eine gute Falle.

Minolta-Werbung 1972: Heute kann ich nicht mehr begreifen, warum ich die damals verwendeten Objektive verkauft habe: ein Fischauge, dann 28 mm, 35 mm, preiswerte Normalobjektive, ein hervorragendes 1.7/85, ein Balgen mit 100 mm, ein 2.8/135 mm (allerdings auch ein entsprechendes Admiral) und schliesslich ein Spitzen-Rokkor 4.5/300 mm. Allerdings, die meisten der erwähnten Objektive waren noch MC- und nicht besser vergütete und handlichere MD-Objektive. 

Schlichte Rückseite, nix mit Hebelchen da und dort

Die SR-T 101 kurz und bündig

Gehäuse aus Metall, chrom, analoge 35mm-Kleinbild-Slr-Kamera, mit  Minolta-MC-Bajonettfassung, horizontal ablaufender Tuchschlitzverschluss, Verschlusszeiten: Bulb, 1-1/1000s, Selbstauslöser, Abblendtaste, Spiegelarretierung, CLC-Belichtungsmesser (noch funktionstüchtig!), Sucher mit Mikroprismenring, Sucheranzeige: Belichtungszeit, Nadel für Belichtungsmesser, ASA-Einstellung, DIN/ASA-Tabelle auf Kamerarückwand, Filmebene-Markierung, Bildzählwerk, Auslöseknopf mit Drahtauslöser-Anschluss-Gewinde, zwei Blitzsynchron-Buchsen (x, f/p), Zubehörschuh ohne Mittenkontakt,  Hauptschalter (bc-on-off), Batteriefach für eine V625PX-Knopfbatterie, Stativgewinde

 

 

http://www.rokkorfiles.com/SRT101.pdf      Broschüre englisch

http://www.rokkorfiles.com/SRT%20Series.htm   Übersicht ganze Reihe, englisch

Erik fiss   http://www.erikfiss.com/foto/cams/srt/

Schwingspiegel-Animation  http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Schwingspiegel_animation.gif

 

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