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| ERNST GIGER BILDARCHIV
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Meinung |
S K A N D A L Ö
S
Die reichen Steuersünder bleiben unbehelligt
Der Beobachter (29. April 2011) berichtet in einem längeren Beitrag, wie leicht sich Reiche in der Schweiz vor Steuern drücken können. >>>
Quintessenz: "Offenbar ist es leichter, Sozialversicherungsbetrüger
aufzuspüren als falschen Steuerdomizilen nachzujagen, auch wenn es bei
diesen Steuerfällen durchaus um viel höhere Beiträge gehen kann."
Bleibt noch beizufügen: Es ist ja schon skandalös wie sich Mitglieder
einer sogenannten Volkspartei auf Kosten Verarmter und Invalider zu
profilieren versuchen; bezeichnend und noch schlimmer ist es, dass sie
nicht im Traum daran denken, dort aktiv zu werden, wo es wirklich
einschenken würde.
Und noch eine Ergänzung: Ich lese den Beobachter seit mehr als einem
halben Jahrhundert. Wenn ich auch nicht mit allenBeiträgen
einverstanden war: Gut, dass es ihn gibt!
Sozialmissbrauch: Millionenbetrug im Militär und im Zivilschutz – auf Kosten der Erwerbsersatz-Kasse
Die NZZ am Sonntag hat aufgedeckt, dass im Militär und im Zivilschutz
Millionen mit missbräuchlichen Einsätzen und Betrügereien aus der
Erwerbs- ersatz-Kasse abgezweigt wurden und stellt lapidar fest, "dass
Sozial- missbrauch auch beim Bund stattfindet – gar in einem
Departement, das als Inbegriff von Schweizer Tugenden gilt." (NZZ
am Sonntag, 26. Juni)
"Ich weiss, dass es eine andere Schweiz gibt",
schrieb Franz Hohler vor der Abstimmung über die
Ausschaffungsinitiative in der WOZ, nachdem sein Gegenvorschlag einen
Gang angetreten hatte, den er nicht voraussehen konnte. "Es gab spontane
Sammlungen, damit er als Inserat erscheinen konnte, in Gemeindeanzeigern,
Tageszeitungen und Gratisblättern, viertelseitig, halbseitig, ganzseitig, zum
Teil ..."
Wer diese andere Schweiz übersähe, könnte ja verzweifeln ... Deshalb an dieser Stelle die
Hinweise auf Hohlers Beitrag in
der WOZ und den Gegenvorschlag, der hoffentlich nicht so bald vergessen
wird. Dabei ist schon nicht gemeint, Ausländer sollten sich alles
erlauben dürfen. >>> >>>
Das Volk hat immer recht! Wirklich? "Ich denke jedoch, dass unter Freiheit gewöhnlich die Macht verstanden
wird, das zu tun, was uns gefällt, wenn auch nicht willkürlich, denn dies
wäre nicht vereinbar mit den Gesetzen, mit deren Hilfe die Freiheit des
freiesten Volkes ... immer eingeschränkt werden muss." Henry Fielding, Das Tagebuch einer Reise nach Lissabon
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